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Malerbetrieb Schwab
WissenMineralisch vs. synthetisch

Warum mineralische Systeme die Wand atmen lassen.

Reine Dispersionsfarben bilden einen dichten organischen Film. Feuchte entweicht nur langsam, Algen siedeln sich an, das Gerüst steht früher wieder als nötig. Wir erklären, warum mineralische Beschichtungen anders funktionieren.

Von Kevin Schwab, Inhaber5 Min Lesezeit
Frisch aufgetragener mineralischer Silikatputz auf einer Fassade in Oberschwaben — Detail-Aufnahme

Mineralischer Silikatputz · diffusionsoffen, lange Standzeit

Eine Fassade ist mehr als nur „die Hülle“. Sie atmet, sie nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, sie schützt das Mauerwerk vor Schlagregen — und genau diese Eigenschaften entscheiden, ob ein Anstrich fünf Jahre hält oder zwanzig.

Das Problem mit Dispersionsfarbe

Klassische Dispersionsfarbe — die günstige Variante, die Sie auch im Baumarkt finden — besteht aus Kunststoff-Partikeln in Wasser. Beim Trocknen verbinden sich diese Partikel zu einem geschlossenen Film auf der Wand. Das wirkt erstmal gut: glatt, deckend, einfach zu verarbeiten.

Das Problem zeigt sich nach einigen Jahren: Feuchtigkeit entweicht nur noch langsam aus der Wand. Der Film ist deutlich diffusionshemmender als mineralische Systeme — staut sich Feuchte dahinter, kann sie den Film anheben, Risse begünstigen und Algen Nährboden bieten. Dann steht das Gerüst deutlich früher wieder, als es müsste.

FaustregelJe glatter und „plastikartiger“ ein Anstrich, desto schlechter atmet die Wand. Je mineralischer, desto besser die Diffusion — und desto länger die Standzeit.

Wie mineralische Systeme funktionieren

Mineralische Beschichtungen (Sol-Silikat, Reinsilikat) basieren auf Wasserglas statt auf Kunststoff. Sie verkieseln chemisch mit dem mineralischen Untergrund (Putz, Beton), gehen also eine echte Verbindung mit der Wand ein statt nur darüber zu liegen. Silikonharzfarben sind die diffusionsoffene, stark wasserabweisende Alternative auf organischer Bindemittelbasis — sie verkieseln nicht, teilen aber die wichtigsten praktischen Vorteile.

Das hat drei entscheidende Vorteile:

  • Diffusionsoffen. Wasserdampf kann nach außen entweichen. Die Wand atmet, kein Kondensat-Stau, kein Algen-Nährboden.
  • UV-stabil. Entscheidend für die Farbtonstabilität ist die Lichtechtheit der Pigmente — anorganische (mineralische) Pigmente sind sehr lichtecht. Silikat- und Mineralsysteme verlangen ohnehin solche Pigmente, deshalb bleibt der Farbton über viele Jahre stabil.
  • Alkalisch. Der hohe pH-Wert (Wasserglas) wirkt von Natur aus algizid — Algen, Moose und Pilze finden hier einen denkbar schlechten Nährboden.

Drei Systeme — welches wann?

1. Sol-Silikat

Die „Premium-Variante“ der mineralischen Systeme. Maximale Diffusion, höchste Standzeit (bis 20 Jahre), für anspruchsvolle Untergründe wie Naturstein, historische Fassaden oder bei denkmalrechtlichen Auflagen. Verarbeitung anspruchsvoller, höherer Materialpreis — dafür über die Lebensdauer gerechnet die günstigste Lösung.

2. Silikonharz

Der Allrounder. Wir setzen Silikonharz bei den meisten Fassadensanierungen in Oberschwaben ein. Vorteile: stark wasserabweisend (perlt sichtbar ab), hoher Schutz vor Schlagregen, gute Standzeit (10–15 Jahre), gleichzeitig diffusionsoffen genug, dass die Wand atmen kann. Für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser fast immer die richtige Wahl.

3. Mineralputz mit Silikatfarbe

Wenn der vorhandene Putz schon stark beschädigt ist, machen wir komplett neuen Mineralputz auf — und überstreichen mit Silikatfarbe. Aufwändiger und teurer als reines Überstreichen, aber bei wirklich rissiger oder hohler Altsubstanz die einzige saubere Lösung. Standzeit dann wieder 20+ Jahre.

Was bedeutet das für Sie konkret

Wenn Sie ein Angebot bekommen, fragen Sie nach dem Beschichtungssystem. Steht dort „Dispersionsfarbe“ oder „Fassadenfarbe“ ohne nähere Spezifikation — dann ist es vermutlich die günstige Variante mit 5 Jahren Standzeit. Steht dort „Silikonharz“, „Sol-Silikat“ oder „Mineralisch“ — dann reden Sie über ein Premium-System, das besonders lange hält.

Mineralisch ist im Material moderat teurer, über die Lebensdauer aber deutlich günstiger: Gerüst und Arbeitszeit — zusammen der Löwenanteil jeder Fassadensanierung — fallen nur alle paar Jahrzehnte an, statt alle 5–7 Jahre. Über viele Jahre rechnet sich das System auch bei höherem Initial-Material­einsatz mehrfach.

Bei welchen Marken arbeiten wir

Wir nutzen ausschließlich Premium-Hersteller mit herstellerseitiger Funktionsgewährleistung (im Rahmen des jeweiligen Objektprogramms, bei Eignung und systemkonformer Verarbeitung):

  • Caparol — Sylitol-Fassadenfarbe und Histolith Sol-Silikat (Silikat), AmphiSilan (Silikonharz)
  • einzA — mineralit Silikatfarben, Silikonharzfarben, Mineralputze
  • Brillux — Silikat-System (z. B. Ultrasil HP 1901, Extrasil 1911), Silicon-Premium-Linien
  • Keim — reine Mineralfarben für Denkmalpflege und Premium-Sanierungen

Bei diesen Herstellern bekommen Sie für jedes Produkt ein technisches Merkblatt mit allen Kennwerten und Verarbeitungsrichtlinien — und im Objektgeschäft eine herstellerseitige Funktionsgewährleistung. Wir dokumentieren in unserem Angebot, welches System wir wählen — Sie können selbst nachprüfen.

Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Artikel mitnehmenFragen Sie beim nächsten Fassaden-Angebot konkret nach: „Welches Beschichtungssystem verwenden Sie — und gibt es dafür eine Funktionsgewährleistung des Herstellers?" Eine seriöse Antwort nennt einen Produktnamen (z. B. „Caparol AmphiSilan“) und die Konditionen der Hersteller-Gewährleistung im Rahmen seines Objektprogramms.

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Reden wir persönlich.

Kostenfrei, ohne Verpflichtung, ohne Verkaufsmasche. Wir klären gemeinsam, ob sich das für Ihr Haus lohnt und was Sinn ergibt.