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Malerbetrieb Schwab
← WissenGlossar · 37 Begriffe

Maler-Glossar.
Fachbegriffe klar erklärt.

Die wichtigsten Begriffe rund um Fassadensanierung, Wohnraumgestaltung und Wasserschadensanierung — verständlich erklärt, ohne Marketing-Sprache, in der Reihenfolge, in der Bauherren und Mieter sie typischerweise googeln.

Adsorptionstrockner
Bautrockner, der Feuchtigkeit aus der Raumluft über ein hygroskopisches Material (meist Silikagel oder Zeolith) entzieht. Funktioniert auch bei kühleren Raumtemperaturen (5–25 °C) und niedriger Luftfeuchte — anders als reine Kondenstrockner.
BAFA-Förderung
Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für energetische Sanierungen. Für WDVS aktuell 15 % der förderfähigen Kosten plus 5 % iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan). Förderhöchstgrenze nach BAFA-Richtlinie, mit iSFP-Bonus verdoppelt.
CM-Messung (Calciumcarbid-Methode)
Standard-Verfahren zur exakten Bestimmung der Estrich-Restfeuchte. Eine Probe des Estrichs wird mit Calciumcarbid in einer Druckflasche zur Reaktion gebracht — der entstehende Druck korreliert mit dem Wassergehalt. Grenzwerte: ≤ 2,0 % bei Zementestrich, ≤ 0,5 % bei Anhydritestrich.
Dämmschichttrocknung
Spezielle Trocknungs-Verfahren für die Dämmebene unter dem Estrich. Standard-Bautrockner erreichen diese Schicht nicht — stattdessen werden Bohrungen gesetzt und mit Über- oder Unterdruck-Verfahren (z. B. Corroventa-Geräten) die Restfeuchte gezielt herausgetrocknet.
Diffusionsoffen
Eigenschaft einer Beschichtung, Wasserdampf von innen nach außen entweichen zu lassen. Wichtig für die Bauphysik der Wand — verhindert Feuchteanstau und Schimmelbildung. Mineralische Systeme sind diffusionsoffen, reine Dispersionsfarben kaum.
Direktabrechnung
Abrechnungs-Modell, bei dem der Sanierungsbetrieb die Schlussrechnung direkt an den Versicherer stellt. Ob eine Direktabrechnung möglich ist, hängt vom Versicherer und der Vereinbarung im Einzelfall ab — sie erfordert immer eine vorherige Genehmigung durch den Versicherer.
Glasfaser-Tapete
Hochfeste Wandbeschichtung aus gewebten Glasfasern. Brandschutz-konform, schlagfest, mehrfach überstreichbar (typisch 5–6 Mal). Standzeit 20–30 Jahre. Wird in Treppenhäusern, Fluren und gewerblichen Räumen eingesetzt.
Hausratversicherung
Versicherung des Bewohners (Mieter oder Eigentümer) für bewegliche Sachen (Möbel, Elektronik, Kleidung, Vorhänge). Übernimmt bei Wasserschaden auch häufig Hotel- und Verpflegungsmehrkosten, wenn die Wohnung unbenutzbar wird.
HEPA-Filter
Hochleistungs-Schwebstofffilter (High Efficiency Particulate Air), der Partikel ab 0,3 µm zu mind. 99,95 % zurückhält. Verhindert bei Schimmelsanierung und Dämmschichttrocknung das Verteilen von Sporen im Raum.
iSFP — individueller Sanierungsfahrplan
Von einem qualifizierten Energieberater erstellter Sanierungsplan, der einzelne Maßnahmen wirtschaftlich und energetisch bewertet. Berechtigt zu zusätzlichen 5 % BAFA-Bonus und verdoppelt die Förderhöchstgrenze.
KfW 261
Förderkredit der KfW für die Sanierung zum Effizienzhaus. Tilgungszuschuss zwischen 5 % (EH-85) und 45 % (EH-40 mit allen Boni). Wird häufig als Alternative oder Ergänzung zur BAFA-Förderung genutzt.
Kondenstrockner
Bautrockner, der die Raumluft abkühlt, sodass Wasser kondensiert und in einen Behälter abläuft. Funktioniert effizient bei warmer, feuchter Raumluft. Bei kühleren Räumen oder niedriger Luftfeuchte kommt der Adsorptionstrockner zum Einsatz.
Leckageortung
Zerstörungsfreie Suche nach der Wasseraustritts-Stelle. Methoden: Thermografie (Infrarot-Kamera), Akustik (Mikrofon an Rohren), Endoskopie (Mini-Kamera in Hohlräumen), Spürgas (Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch), Druckprüfung. Vermeidet Wand- und Boden-Aufrisse auf Verdacht.
Mängelanzeige (§ 536c BGB)
Schriftliche Anzeige eines Mietsachen-Mangels an den Vermieter. Pflicht des Mieters, löst die Pflicht des Vermieters zur Mangelbeseitigung aus. Bei Wasserschaden essenziell — am besten mit Foto, Uhrzeit und beschriebenem Schadensumfang.
Nutzungsklasse (Bodenbelag)
Klassifizierung von Bodenbelägen nach Belastbarkeit. Klasse 23 = Wohnbereich stark beansprucht. Klasse 32 = Gewerbe normal. Klasse 33 = Gewerbe stark beansprucht. Vinyl und Designboden meist Klasse 23–33, Parkett Wohnbereich.
Putzfestiger
Tiefgrund-Lösung, die sandende, kreidende oder lose Putzoberflächen verfestigt. Wird vor der eigentlichen Beschichtung aufgebracht, dringt tief ein und bindet die obere Putzschicht — Voraussetzung für jeden langlebigen Fassadenanstrich auf Altsubstanz.
Q1, Q2, Q3, Q4 (Oberflächenqualität)
Vier Qualitätsstufen für Wand- und Deckenoberflächen nach BFS-Merkblatt Nr. 2 bzw. den Merkblättern der Gipsindustrie (DIN 18202 regelt nur die Ebenheit). Q1 = nur Stöße verspachtelt (Lager). Q2 = Standard (matte Farbe, normale Beleuchtung). Q3 = Sonderspachtelung (gestreutes Licht, glatte Wirkung). Q4 = Premium (streiflichttauglich, fast spiegelglatt).
Reinacryl-Dispersion
Bewährte Fassadenfarbe auf Reinacrylat-Basis — innerhalb der Dispersionsfarben die hochwertige Bindemittelklasse. Filmbildend und deutlich weniger diffusionsoffen als mineralische Systeme, daher auf mineralischen Untergründen heute oft durch Silikonharz und Sol-Silikat ersetzt.
Schadensnummer
Eindeutige Vorgangs-ID, die der Versicherer beim ersten Schadensanruf vergibt. Alle nachfolgenden Dokumente, Rechnungen und Korrespondenzen werden über diese Nummer verknüpft. Sollten Sie als Geschädigter immer parat haben.
Schimmel-Schadensklassen (BG Bau)
In der Sanierungspraxis übliche Staffelung des Schimmelbefalls nach Fläche (angelehnt an den UBA-Schimmelleitfaden): kleiner Befall bis ca. 0,5 m² (Eigenarbeit möglich), mittlerer Befall ca. 0,5–3 m² (Fachbetrieb mit Schutzkleidung), großer Befall über 3 m² oder besondere Risiken (Schwarz-Weiß-Trennung, Unterdruckhaltung). Der Arbeitsschutz richtet sich nach DGUV Information 201-028.
Schlagregenschutz
Fähigkeit der Fassade, eindringendes Regenwasser abzuhalten. Gemessen in W-Wert (Wasseraufnahmekoeffizient). Premium-Beschichtungen erreichen W < 0,1 kg/(m²·√h), bleiben aber gleichzeitig diffusionsoffen — der entscheidende bauphysikalische Spagat.
Selbstbeteiligung
Im Versicherungsvertrag vereinbarter Eigenanteil pro Schadensfall. Die Höhe ist im Versicherungsvertrag festgelegt und wird in jedem Fall vom Versicherungsnehmer getragen.
Selbstvornahmerecht (§ 536a BGB)
Recht des Mieters, bei Untätigkeit des Vermieters und Gefahr im Verzug selbst einen Sanierer zu beauftragen und die Kosten vom Vermieter zurückzuverlangen. Voraussetzung: dokumentierter Versuch, den Vermieter zu erreichen.
Silikonharz-Farbe
Fassadenfarbe mit Silikonharz-Bindemittel — extrem wasserabweisend (Lotus-Effekt), gleichzeitig diffusionsoffen. Standzeit 10–15 Jahre algenfrei. Gute Alternative zu Silikat bei nicht-mineralischen Untergründen.
Sol-Silikat
Moderne Weiterentwicklung der reinen Silikatfarbe — Kaliwasserglas plus Kieselsol plus max. 5 % organischer Bindemittel-Anteil. Geht eine chemische Verbindung mit dem Untergrund ein (Verkieselung), bleibt diffusionsoffen, hält lange algenfrei.
Spachteltechnik
Sammelbegriff für alle Glätt- und Strukturierungs-Verfahren an Wand und Decke — von der Standard-Q2-Verspachtelung bis zu dekorativen Spachtelputzen wie Stuc-Optik, Travertin oder Mikrozement.
Spürgas-Methode
Leckageortung mit einem Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch (Formiergas), das in das Rohrsystem eingeleitet wird. Tritt das Gas durch ein Leck aus, wird es mit hochempfindlichen Sonden an der Wand- oder Boden­oberfläche detektiert.
Streiflicht
Seitlich einfallendes Licht (durch große Fensterflächen, tiefstehende Sonne, Wandleuchten), das jede Unebenheit auf der Wand sichtbar macht. Entscheidet, ob eine Wand Q2, Q3 oder Q4 sein muss.
Thermografie
Bildgebendes Verfahren mit Infrarot-Kamera, das Temperaturunterschiede sichtbar macht. Feuchte Stellen sind kühler als die Umgebung — eine Thermografie zeigt darum, wo Wasser in einer Wand oder einem Boden steckt, ohne Aufrisse.
Überdruckverfahren
Dämmschicht-Trocknungs-Variante, bei der getrocknete Luft mit Druck in die Dämmebene gepresst wird. Schneller als Unterdruck, aber lauter und mit Schimmelsporen-Risiko bei vorbelasteten Dämmungen. Auch genannt: Druckverfahren.
Unterdruckverfahren
Dämmschicht-Trocknungs-Variante, bei der feuchte Luft aus der Dämmebene abgesaugt und durch einen HEPA-Filter und Adsorber geführt wird. Leiser, sauberer, sicherer bei Schimmelverdacht. Auch genannt: Saugverfahren.
Untergrund-Diagnose
Systematische Prüfung der Wandoberfläche vor jeder Sanierung — Wischprobe (kreidet die Oberfläche), Wassertest (saugend oder abweisend), Risskartierung, ggf. CM-Messung. Entscheidet über Materialwahl und Vorbereitungsschritte.
Verkieselung
Chemische Reaktion zwischen Silikatfarbe (Kaliwasserglas) und mineralischem Untergrund. Der Anstrich verbindet sich mit der Wand zu einer Einheit — kein „aufgetragener Film“, sondern Teil der Wand selbst. Sorgt für extreme Langlebigkeit.
Vliestapete
Moderne Tapete mit Vlies-Träger statt Papier. Wird trocken angebracht — der Kleister wird an die Wand statt an die Tapete aufgetragen. Reißfest, dimensionsstabil, leicht zu entfernen, kaschiert kleinere Wand-Unebenheiten.
WDVS — Wärmedämmverbundsystem
Mehrschichtiges Außendämmsystem aus Dämmstoff (EPS, Mineralwolle oder Holzfaser), Klebemörtel, Armierungsgewebe und Oberputz. Senkt den Wärmeverlust über die Außenwand bei Häusern vor 1995 je nach Bestand um 60–80 % — aufs ganze Haus gerechnet sind rund 20–30 % Heizenergie-Ersparnis realistisch. Wird häufig mit BAFA-Förderung kombiniert.
Wohngebäudeversicherung
Versicherung des Hauseigentümers für feste Bestandteile des Gebäudes (Wände, Böden, Estrich, Dämmung, fest verbaute Küche). Übernimmt bei Wasserschaden die Trocknungs- und Wiederherstellungs-Kosten der Substanz.
Wohngesund / emissionsarm
Materialien ohne kritische Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC), Formaldehyd oder Lösungsmittel. Gekennzeichnet z. B. durch Blauer Engel (Wandfarben) oder EMICODE EC1+ (Bodenkleber). Wichtig für Allergiker und Familien mit Kleinkindern.

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