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Malerbetrieb Schwab
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Asbest in altem Putz — was Hauseigentümer in Oberschwaben wissen müssen.

Asbest galt jahrzehntelang als Wundermaterial — bis seine extreme Gesundheitsgefährdung bewiesen war. Seit 1993 in Deutschland verboten, in Bestandsbauten aber häufig noch vorhanden — in Putzen, Spachtelmassen, Fliesenklebern, Bodenbelägen. Wer ein Haus aus den Jahren 1950 bis 1993 saniert, muss das Thema kennen. Wir erklären die Fakten ohne Panikmache und ohne Verharmlosung.

Von Kevin Schwab, Inhaber9 Min Lesezeit
Schutz-Kleidung und P3-Atemschutz auf einem Tisch neben einer Asbest-Probe in einer beschrifteten Plastiktüte — Profi-Vorbereitung

Asbest-Untersuchung gehört in Fachhände — Probe-Entnahme nach TRGS 519, Analyse durch akkreditiertes Labor

Wir kommen in Oberschwaben regelmäßig in Häuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren — und manchmal aus den 1980ern, bis kurz vor dem Asbest-Verbot 1993. In diesen Häusern ist Asbest nicht garantiert vorhanden, aber auch nicht garantiert abwesend. Wer ohne Risiko-Betrachtung mit Bohrhammer oder Schwingschleifer an alte Wände geht, kann unwissentlich Asbestfasern freisetzen — mit unsichtbaren, aber langfristig massiven Gesundheitsfolgen für sich selbst, die Handwerker und alle Bewohner.

Hier erklären wir, in welchen Materialien Asbest vorkommen kann, wie man es identifiziert, was Eigentümer dürfen und nicht dürfen, und wie wir als Fachbetrieb mit dem Thema umgehen.

Was ist Asbest und warum war es lange so beliebt

Asbest ist ein Sammelbegriff für sechs natürlich vorkommende silikatische Faser-Mineralien. Es hat eine einzigartige Kombination von Eigenschaften: hitzebeständig (bis 1000 °C), chemisch beständig, sehr fest, isolierend, billig in der Förderung. Zwischen 1950 und 1980 wurde Asbest in Deutschland in über 3.000 Produkten verbaut — auch in vielen Baumaterialien.

Das Problem: bei Beschädigung (Bohren, Schleifen, Brechen) werden Faserbündel freigesetzt, die so fein sind, dass sie tief in die Lunge eindringen. Dort lösen sie über 20–40 Jahre Asbestose, Lungenkrebs oder das aggressive Mesotheliom aus. Das volle Ausmaß wurde erst in den 1970er- und 1980er-Jahren statistisch erfasst.

Verbot in Deutschland: seit 31. Oktober 1993 (Herstellung, Verarbeitung, Inverkehrbringen). Davor hergestellte Materialien sind aber legal im Bestand.

In welchen Materialien Asbest vorkommen kann

1) Spachtelmasse / Putze (1950–1990)

Sehr verbreitet als Glättputz oder Spachtelmasse in Wohnräumen, besonders in Bereichen wo Feuerwiderstand gefordert war — Treppenhäuser, Kellerräume, an Heizungsschächten. Aus optischen Gründen oft nicht von normalem Putz zu unterscheiden.

2) Fliesenkleber (1960–1990)

Asbestfaserhaltige Fliesenkleber wurden für besseren Wärme- und Schlagschutz verwendet. Bei Renovierungen, wenn alte Fliesen abgeschlagen werden, oft das größte Risiko — schnell freigesetzte Fasermengen.

3) Bodenbelagskleber für Vinyl/Linoleum (1955–1985)

Schwarze, bituminöse Kleber unter alten Vinyl- oder Linoleum-Belägen können asbesthaltig sein. Auch hier: Risiko bei Abriss, weniger bei intaktem Bestand.

4) Floor-Flex-Platten & Cushion-Vinyl (1955–1985)

Floor-Flex-Platten — harte Vinyl-Asbest-Fliesen, erkennbar an typischer Größe (25×25 cm oder 30×30 cm) und „marmoriertem“ Muster — enthielten bis 1985 Asbest im Material selbst. Daneben gab es Cushion-Vinyl: PVC-Bahnenware mit asbesthaltiger Rückseitenbeschichtung. Beide gelten beim Entfernen als Verdachtsfall.

5) Fassaden-Eternitplatten (1900–1990)

Klassischer Asbestzement an Fassaden, Garagen, Wirtschaftsgebäuden — vor allem in der Form von gewellten Faserzementplatten („Eternit“). Im intakten Zustand gebunden, beim Abriss oder Bohren akut gefährlich.

6) Dachschindeln (1930–1990)

Faserzement-Dachschindeln und Wellplatten — sehr verbreitet auf Carports, Schuppen, Wirtschaftsgebäuden. Wer hier renoviert oder abreißt, braucht Fachfirma.

Stichwort „Spritzputz“ / „Spritzasbest“Asbesthaltige Spritzputze („Spritzasbest“) mit hoher Faserkonzentration wurden vor allem für den Brandschutz eingesetzt — etwa an Stahlträgern und Decken. Wenn Sie in einem Bau aus 1960–1985 eine grobe, gespritzte Decken-Beschichtung sehen, ist das ein Verdachtsfall.

Wie man Asbest identifiziert — und wie nicht

Was Sie nicht tun sollten

  • Selbst eine Probe abkratzen oder bohren — Sie setzen Fasern frei, ohne dass das Ergebnis verlässlich ist
  • Visuelle „Diagnose“ mit dem bloßen Auge — Asbest ist optisch nicht sicher von asbestfreiem Material zu unterscheiden
  • Auf das Baujahr alleine vertrauen — auch in Häusern Baujahr 1985–1993 kann Asbest verbaut sein (Bestände wurden lange aufgebraucht)

Was Sie tun sollten

  • Verdachts-Stellen markieren, nicht berühren, nicht bearbeiten
  • Bau-Akten prüfen — manchmal sind Materialien dokumentiert
  • Vor Sanierung ein Asbest-Gutachten beauftragen — durch eine nach TRGS 519 qualifizierte Firma. In Oberschwaben gibt es mehrere zertifizierte Sachverständige, die proben + im Labor analysieren lassen
  • Bei nachgewiesenem Asbest: Asbest-Sanierungsfirma — das ist kein Maler-Job, wir machen das ausdrücklich nicht selbst

Was rechtlich vorgegeben ist — TRGS 519

Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 519) regelt den Umgang mit Asbest. Kerninhalte für Eigentümer:

  • Asbest-Arbeiten dürfen nur von qualifizierten Firmen ausgeführt werden — Sachkundenachweis nach TRGS 519 ist Pflicht (bei schwach gebundenen Produkten wie asbesthaltigen Putzen und Spachtelmassen: Anlage 3, der „große Asbestschein“)
  • Anzeige bei der zuständigen Behörde (Gewerbeaufsicht / Landesamt für Arbeitsschutz) vor Beginn der Arbeiten
  • Schutzmaßnahmen: Schwarz-Weiß-Trennung, Unterdruckhaltung, P3-Atemschutz, Einweg-Schutzkleidung, HEPA-Absaugung
  • Entsorgung nur als Sondermüll über zugelassene Entsorgungsbetriebe — nicht in den normalen Bauschutt

Eigenheimbesitzer dürfen Kleinmengen Asbestzement (z. B. eine kaputte Eternitplatte) unter bestimmten Voraussetzungen selbst entsorgen — aber NIE im Bauschuttcontainer, immer über die kommunale Sondermüll-Sammlung.

Wie wir als Fachbetrieb mit dem Thema umgehen

1) Risiko-Betrachtung vor jeder Innensanierung in Altbauten

Bei jedem Sanierungs-Projekt in Häusern aus 1950–1993 sprechen wir das Thema offen an. Wir fragen nach dem Baujahr, schauen uns die zu bearbeitenden Materialien an und schätzen das Risiko ab. Bei begründetem Verdacht empfehlen wir dringend eine Asbest-Probe vor dem Sanierungsstart.

2) Wir machen keine Asbest-Sanierung selbst

Asbest-Sanierung erfordert TRGS-519-Qualifikation, spezielle Geräteausstattung und eine eigene Versicherung. Wir sind als Maler-Fachbetrieb mit ganz normalen Aufgaben gut ausgestattet, aber kein zertifizierter Asbest-Sanierer. Wenn Asbest auftaucht, empfehlen wir Ihnen zertifizierte Sanierungsfirmen in Oberschwaben.

3) Nach der Asbest-Sanierung übernehmen wir wieder

Wenn die zertifizierte Firma den Asbest fachgerecht entfernt hat, kommen wir für die Wiederherstellung — neuer Putz, neuer Anstrich, neuer Bodenbelag, Wand neu gestaltet. Wir übernehmen die Übergabe und arbeiten nahtlos weiter.

Was im Verdachtsfall sofort zu tun ist

  1. Bereich nicht bearbeiten — kein Bohren, Schleifen, Brechen
  2. Bereich nicht reinigen — kein Staubsaugen ohne HEPA-Filter
  3. Probe-Entnahme durch Fachfirma — kostet je nach Probe-Anzahl überschaubar, klärt die Frage definitiv
  4. Labor-Ergebnis abwarten — typisch 5–10 Werktage
  5. Bei Positivbefund: zertifizierte Sanierungsfirma — TRGS-519-Nachweis zeigen lassen
Auch ohne Asbest gilt: Schutz beim Schleifen alter WändeSelbst wenn kein Asbest vorhanden ist, sollten Sie bei der Bearbeitung alter Putze immer eine FFP3-Maske tragen. Auch normaler Putzstaub, alte Farben mit Lösemitteln und teilweise abgebaute Pigmente sind nicht gesund. Wir arbeiten standardmäßig mit mobiler Staubabsaugung und Atemschutz.

Altbau-Sanierung in Oberschwaben — sicher gemacht

Wir sanieren regelmäßig Altbauten in Biberach, Laupheim, Riedlingen, Bad Saulgau, Ehingen, Munderkingen und der ganzen Region — von 1900 bis heute. Das Thema Asbest gehört zu unserer Risiko-Aufnahme vor jedem Auftrag, bei dem Putze, Klebstoffe oder Boden­materialien aus dem Verdachts-Zeitraum bearbeitet werden. So gehen Sie kein Risiko ein — weder für Ihre Gesundheit noch für die Ihrer Familie und unseres Teams.

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